Das Heilige Fest

Autor: Fritz Steinbock

Heya! – Ein nordischer Gruß ?? Schäm‘ dich Fritz Steinbock

Im Verlag Daniel Junker erschien dieses Buch über traditionelles Germanisches Heidentum in heutiger Zeit, welches gleichzeitig ein Grundlagenwerk des Odinic Rite Deutschland darstellen soll. So findet der Leser dann auch eine Einführung in Rituale und einen praktischen Teil. Leider ist es nicht gelungen sich vom „Book of Blotar“ des englischen Odinic Rite zu lösen. Bei den Hammar Ritualen und Anrufungen fehlen die Göttinnen z.B. gänzlich. Obwohl der Odinic Rite Deutschland (ORD) Wicca-Gemeinschaften als nicht traditionell bezeichnet und sich gegen ihre Aufnahme in den Dachverband der KultURgeister aussprach, finden sich in diesem Buch klassische Wicca-Rituale aus den fünfziger Jahren mit germanischer Tünche (z.B. S. 74, 165). Ebenfalls im Potpouri findet sich eine fast wörtliche Übernahme des „Druidischen Gebetes“, ebenfalls germanisch getüncht, welches traditionelle Gemeinschaften der Druiden nachweislich seit dreihundert Jahren verwenden. Schade, dass man sich hier nicht an den Traditionen orientiert und die original Texte nimmt. Kunstgriffe die nötig werden, wenn man sich auf das Germanische Erbe versteift und das Keltische stiefväterlich behandelt. Das dann fälschlicherweise die Thurisaz Rune dem Gott Thor zugeordnet wird (Thurs = Riese), wie es eigentlich nur Ariosophen machen, oder Runensteine statt der traditionellen Runenstäbe im Buch auftauchen, lässt das Kopfschütteln kein Ende mehr nehmen.

Den Bock schießt der Autor allerdings mit der Übernahme eines Rituals des YGGDRASIL-Kreises auf Seite 93 ab (zu erkennen am „Heya“). Und es kommt tatsächlich noch härter:  Der eben schon genannte Ruf des YGGDRASIL-Kreises „Heya!“ findet sich auf S. 265 als „nordischer Gruss“ wieder, wenn auch falsch geschrieben. „Traditionell“ kann man diesen Ruf durchaus bezeichnen, feiert der YGGDRASIL-Kreis im Jahre 2006 doch sein 30jähriges Bestehen…

Um es einmal deutlich zu sagen, wir haben nichts dagegen wenn andere Gruppen, sich von unserer rituellen Arbeit inspirieren lassen oder Dinge übernehmen, im Gegenteil, aber es sollte nicht vergessen werden, wo es her kommt und schon gar nicht sollte man es als Eigenes oder traditionell Germanisches verkaufen.

Inhaltlich ist das Werkelein leider nicht sehr inspiriert, mit einigen Edda-Zitaten und vielen Übernahmen aus dem englischen OR (Faith, Folk + Family). Wirkliche Praxis scheint hier im Aufsagen von Texten zu bestehen. Die Runen und deren praktische Bedeutung, Musik, Tanz und Lebendigkeit sucht man vergeblich. So wie eine angemessene Aufmerksamkeit für die GÖTTINNEN.

 

ISBN-13  978-3938432006
Verlag  Verlag Daniel Junker
Erschienen  1. Auflage Januar 2004
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